Niedrige Impfquote

Die Impfung junger Mädchen gegen den Humanen Papillom Virus (HPV)  schützt gegen Gebärmutterhalskrebs und gegen Genitalwarzen.  In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 4.700 Frauen neu am Gebärmutterhalskrebs, 1.500 bis 1.600 sterben daran. Die Impfquote lässt jedoch zu Wünschen übrig: Sie liegt in Deutschland unter 50%, besonders in den westlichen Bundesländern. Dabei hatte der deutsche Nobelpreisträger Harald zur Hausen belegen können, dass an der Entstehung des Krebses Papillom Viren beteiligt sind, besonders die Virustypen 16 und 18. Ein im letzten Jahr zugelassener Impfstoff vermittelt Schutz vor 9 HPV-Typen.  Die erste Impfung sollte in einem Alter von 9 bis 14 Jahren durchgeführt werden. Der Impfschutz nach nur einer Wiederholungsimpfung beträgt mind. 10 Jahre.

doccheck berichtet, dass in Australien bereits 2007 durch ein staatliches Impfprogramm an Schulen fast neun von zehn Mädchen geimpft wurden. Einige Jahre später wurde eine 60-prozentige Abnahme der auffälligen Gebärmutterhals-Abstriche beim Frauenarzt dokumentiert. Bei Jugendlichen unter 21 Jahren konnte zudem ein Rückgang der Genitalwarzen um 80 Prozent festgestellt werden. Da in Australien sehr viele Mädchen geimpft sind, ist die Infektionsrate auch bei den Jungen zurückgegangen, obwohl nur die Mädchen geimpft wurden (Herdenschutz).

Die Stiftung Kindergesundheit  weist in ihrer Newsletter vom Juni 2017 darauf hin, dass die Impfung  nur dann wirksam ist, wenn es noch nicht zur Ansteckung gekommen ist. Da humane Papillomviren durch Geschlechtsverkehr übertragen werden, sollte früh genug geimpft werden. In den USA wurden bisher mehr als 56 Millionen Impfdosen verabreicht. Lebensbedrohliche Nebenwirkungen sind dabei nicht aufgetreten. Als unerwünschte Wirkungen der Impfung wurde häufiger über Fieber, Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Injektionsstelle berichtet. Auch Juckreiz und Blutungen an der Injektionsstelle sind möglich. Im Schnitt wurden bei 100.000 Impfungen lediglich 54 Nebenwirkungen gemeldet.

Wichtige Informationen über die HPV-Impfung und über die Sexualaufklärung von Kindern und Jugendlichen vermittelt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Maarweg 149-161 /50825 Köln / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300. Online-Angebote unter www.bzga.de,
www.impfen-info.de und www.kindergesundheit-info.de

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