Neuer Stern am Hormonhimmel?

Ein Hormon mit Küssen im Namen. Martin Vieweg bezeichnet es im „bild der wissenschaft“ gar als „Lust-Hormon“.  Er gibt darin einen Überblick über die Funktionen des erstmals 2001 beschriebenen Hormons Kisspeptin, einem Produkt des KiSS1-Gens. Kisspeptin wird u. a. in zahlreichen Hirnstrukturen gebildet, überwiegend in solchen, die zum sog. limbischen System gehören, wie z. B. dem Hypothalamus. Zunächst schrieb man Kisspeptin eine  Unterdrückung von Metastasen von Haut- und Brustkrebs zu. Später fand man eine wesentliche Mitwirkung bei der Einleitung der Pubertät.

in einer aktuellen Arbeit von Dhillo und Mitarbeitern vom Imperial College London wurde die Wirkung von Kisspeptin auf sexuelle und emotionale Prozesse untersucht. Junge Männer erhielten das Hormon, und es wurde die Hirnaktivität mittels fMRT aufgezeichnet. Ein solcher Hormonüberschuss führte zu einer intensiven Aktivität in limbischen Zentren als Reaktion auf das Betrachten von Bildern mit sexuellen Darstellungen. Auch Bilder, die romantische, aber nicht direkt sexuelle Szenen zeigten, riefen gesteigerte Reaktionen hervor.

Zusätzlich zeichnete sich ein weiterer interessanter Aspekt der Gabe von Kisspeptin ab: Es scheint die Gemütsverfassung der Probanden zu verbessern.  Damit wird das Hormon womöglich ein künftiger Kandidat für eine Anwendung als Therapeutikum.

Übrigens: Die vielleicht naheliegende Assoziation, dass der Name des Hormons etwas mit sexueller Stimulation zu tun haben könnte, stimmt leider nicht. Das Hormon wurde von seinen Erstbeschreibern nach einem bekannten Schokoladenerzeugnis der Hershey Company in den USA benannt.

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