Künftig Impfstoffe mit Hilfe von Pflanzen gewinnen?

Künftig Impfstoffe mit Hilfe von Pflanzen gewinnen? Das scheint ein billigeres und sicheres Verfahren zu sein. Das würde die gewöhnliche Gewinnung von Impfstoffen aus Bakterien, Insekten-, Säugetierzellen oder Hefe ersetzen und damit Nebenwirkungen aus den Bakterien- oder Zelleiweißen vorbeugen. Pflanzen brauchen lediglich „einfache“ Nährstoffe wie Wasser, Kohlendioxid und Sonnenlicht für ein effizientes Wachstum.

Bei Univadis wird berichtet: „Britische Forscher haben einen Weg gefunden, in Pflanzen einen neuen Impfstoff gegen das Poliovirus zu produzieren. Ein fachübergreifendes Team um Wissenschaftler des John Innes Center in Norwich hat dafür virusähnliche Partikel (VLPs) verwendet, die das Poliovirus nichtpathogen imitieren“. Die Arbeit wurde in Nature Communications vorgestellt.

Die Wissenschaftler haben Gene mit Informationen zur Herstellung von VLPs in das Pflanzengewebe eingebracht. Die Wirtspflanze reproduzierte schließlich eine große Menge der Partikel, wobei sie ihre eigenen Mechanismen für die Eiweißsynthese verwendet. Teamleiter George Lomonossoff: „Jetzt ist die Frage zentral, wie man die Technik effizienter gestaltet. Es soll keine reine ‚Labortechnik‘ bleiben.“ Die Methode nährt zudem die Hoffnung, Polio komplett auszurotten. Labortests haben bereits gezeigt, dass die Polio-VLPs Tiere gegen diese Keime immun machen. Damit wurde der Weg geebnet für die Produktion von Impfstoffen in großen Mengen in Pflanzen.

Durch die Initiative der WHO wurden Polioerkrankungen seit 1988 bereits um 99 Prozent reduziert. Für die Impfstoff-Herstellung werden aber große Mengen an abgeschwächten Polioviren benötigt. Damit sei immer die Gefahr verbunden, dass die Keime aus den Laboren entkommen.

Die neue Methode ist laut den Forschern nicht nur ein Versprechen für eine alternative Produktion von Polio-Impftstoffen, sie könnte auch zur Bekämpfung von anderen Virusinfektionen zum Einsatz kommen.

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