Dreimal Neues vom Impfen

Zu viel und zu früh? Die Zahl der in Deutschland empfohlenen Impfungen hat sich in den letzten Jahren auf 10 Impfungen erhöht. Dadurch nimmt bei manchen Eltern die Befürchtung zu, die vielen Impfungen könnten das Immunsystem überfordern. Das wurde jetzt in einer Studie in den USA untersucht. Die Daten von 450.000 geimpften Kindern im Alter von 24 bis 47 Monaten aus US-amerikanischen Gesundheitsnetzwerken wurden von 2003 bis 2013 erfasst.

Befürchtungen, Kinder würden zu oft und zu früh geimpft, bestätigten sich nicht. Die Impfungen konkurrieren nicht mit der Fähigkeit des Immunsystems, Krankheitserreger abzuwehren.

Sinkende Raten an Impfkomplikationen: Das Paul-Ehrlich-Institut hat die Auswertung der im Jahr 2016 gemeldeten Verdachtsfälle von Impfkomplikationen vorgelegt. Danach ist mit 3.673 Fällen im Vergleich zum Vorjahr (3.919) ein Rückgang zu verzeichnen. Todesfälle, die bei Säuglingen und alten Menschen über 75 Jahren auftraten, stehen in keinem kausalen Zusammenhang mit den Impfungen. „Auch ein neues Risikosignal für bisher unbekannte Nebenwirkungen durch die in Deutschland angewandten Impfstoffe ergibt sich im Jahr 2016 nicht“, lautet das Fazit des Instituts.

Von den eingegangenen Meldungen handelt es sich bei rund 30 Prozent um schwerwiegende Fälle. Davon wurden bei 1,3 Prozent bleibende Schäden festgestellt. „In keinem einzigen Fall war ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Impfung und der berichteten Todesursache festzustellen“, heißt es im Bulletin.

Am häufigsten wurden leichte Impfreaktionen gemeldet. Dazu gehören in erster Linie vorübergehende Schwellungen und Schmerzen an der Injektionsstelle, Fieber, Unwohlsein, Schüttelfrost und Gelenkschmerzen.

 HPV-Impfung: Einige Typen des Human Papilloma Virus (HPV) können bösartige Veränderungen hervorrufen, insbesondere Gebärmutterhalskrebs bei Frauen. Vermutlich ist auch ein erheblicher Anteil der Scheiden-, Penis- und Analkarzinome Folge einer HPV-Infektion. Der deutsche Forscher Harald zur Hausen erhielt unter anderem für die Entdeckung des Zusammenhangs mit Gebärmutterhalskrebs den Nobelpreis.

Die Impfung von Mädchen gegen diesen Virus ist die erste gegen einen Krebs vorbeugende Impfung in der Geschichte. Bereits die Impfung von 87 neunjährigen Mädchen kann einen Fall von Gebärmutterhalskrebs verhindern. Eine Studie in den USA konnte jetzt zeigen, dass eine Auffrischimpfung der Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren die Sterblichkeit an Gebärmutterhalskrebs um weitere 30 %–40 % senken würde.

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