Zurückhaltung bei Behandlung mit Wachstumshormon

Im Update zur Behandlung mit Wachstumshormonen (GH, IGF-I) der Pediatric Endocrine Society weisen die Autoren darauf hin, dass die Langzeiteffekte und die Beurteilung der Lebensqualität im Erwachsenenalter noch nicht ausreichend zu beurteilen sind. Die neuen Guidelines wurden im Januar 2017 im Hormone Research in Paediatrics veröffentlicht und sind frei verfügbar.

Vor allem wird die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Minderwuchs ohne nachweisbaren Mangel an GH kritisch beleuchtet. Der Erfolg einer Behandlung mit diesen Hormonen ist individuell sehr unterschiedlich und nicht ausreichend sicher vorhersehbar. Nutzen, Kosten und Nebenwirkungen sollen daher, so die Autoren der Leitlinie, im ausführlichen Gespräch mit den Eltern diskutiert werden. Besonders bei Jungen drängen viele Eltern auf eine Therapie. Während eine Behandlung mit Wachstumshormon bei Kindern mit nachweisbarem GH-Mangel nicht nur die Körperlänge verbessert, sondern zahlreiche andere Einflüsse hat (z. B. auf die Immunologie, die körperliche Kraft und Ausdauer), bleibt der Effekt bei Minderwüchsigen ohne GH-Mangel rein auf das Wachstum beschränkt. In jedem Fall soll eine sorgfältig abgewogene Indikationsstellung durch  pädiatrische Endokrinologen vorgenommen werden.

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