Wieviel Zucker steckt im Joghurt?

Seit einigen Jahren ist klar: Zucker ist ein lange Zeit unterschätzter Risikofaktor für die Gesundheit. Und selbst, wenn man das weiß: Achten wir auf den Zuckergehalt von Nahrungsmitteln? Eltern tun das nicht. Sie haben auch wenig Wissen, wieviel Zucker in Lebensmitteln enthalten ist. Ich fürchte, Pädagogen und Mediziner oder andere Fachleute sind auch nicht besser informiert.

„So hatten die Eltern, die den Zuckergehalt unterschätzten auch häufiger übergewichtige Kinder“, so die Erstautorin Mattea Dallacker einer Studie vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Nahrungsmittel wie Orangensaft und Joghurt werden von den meisten als gesund erachtet, deswegen unterschätzten mehr als acht von zehn Personen den Zuckergehalt. Am meisten und häufigsten daneben lagen sie beim Einschätzen von Joghurt. Neun von zehn unterschätzen den Zuckergehalt um rund 60 Prozent der Gesamtzuckermenge.

Erfolgreich hat die Lobby der Nahrungsmittel-Industrie vor Jahren die Bemühungen torpediert, eine gesetzliche Pflicht zu einer einfachen Kennzeichnung von Nahrungsmitteln einzuführen. Kennzeichnungen von Lebensmitteln wie beispielsweise mit einem Ampelsystem wären so wichtig! „Eltern sollen über den Zuckergehalt von Lebensmitteln und Getränken Bescheid wissen. Nur so können sie den kindlichen Zuckerkonsum regulieren und eine gesunde Ernährung bieten“, sagt Prof. Dr. Ralph Hertwig vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

Nach Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation sollten sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern weniger als zehn Prozent – idealerweise weniger als fünf Prozent – der täglichen Energiezufuhr aus freien Zuckern stammen. Das entspricht bei Erwachsenen zehn bzw. fünf Teelöffel Zucker am Tag, bei Kindern entsprechend weniger. Und das ist ganz schön wenig. Ein „Fruchtjoghurt“, in dem fast keine Früchte aber ganz viel Zucker stecken, reicht da schon.

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