Schwache Nerven bei Legasthenie

Dyslexie

Strukturelle Untersuchungen bei Menschen mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS) gibt es in großer Zahl. Eine wesentliche Ursache für eine LRS ist u.a. eine Störung der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung. Den bisher schon publizierten Belegen ist nun eine neue hinzugefügt worden. ForscherInnen aus Leipzig, München, Hamburg und Barcelona haben mittels Traktographie, einer speziellen Kernspintechnik, die neuronale Verbindungen darstellen kann, gezeigt, wie eingeschränkt von LRS Betroffene Gehörtes  an die Hirnrinde weiterleiten.

Die Abbildung oben zeigt (grün) die Verbindung zwischen den mittleren Kniehöckern (MGB), einer Umschaltstelle der Hörbahn im Thalamus, und dem linken Hirnrinden-Areal des Schläfenlappens, das für die Analyse von Lauten zuständig ist. Deutlich sieht man, dass die Zahl der verbindenden Fasern bei LRS (Dyslexics) wesentlich geringer ist als bei Kontrollpersonen ohne LRS. Diese Befunde korrelieren eng mit den Ergebnissen von Rechtschreib- und Lesetests: je schwächer die Leistungen im Test umso schwächer die neuronalen Verbindungen. In Übereinstimmung mit anderen Untersuchungen ist übrigens nur die linke Hirnhemisphäre betroffen. Ob sich aus dieser Forschung allerdings verbesserte pädagogische oder therapeutische Strategien ableiten lassen, wie die ForscherInnen hoffen, darf vielleicht bezweifelt werden. Offen bleibt bei den schönen Forschungsergebnissen auch, ob wir hier Ursache oder Folge einer Störung sehen. Kommen die Betroffenen mit diesem Befund zur Welt? Verändern sich diese Befunde unter einer erfolgreichen Förderung oder Therapie?

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