Rauchende und Alkohol trinkende Mütter stillen seltener und kürzer

Fast hätte man es sich auch denken können, aber nun wissen wir es schwarz auf weiß: „Mütter mit Zigaretten- bzw. Alkoholkonsum und niedriger Bildung stillten signifikant seltener und kürzer. Dabei war das Stillverhalten umso schlechter, je früher nach der Geburt der Genussmittelkonsum aufgenommen wurde. Hingegen führte das bewusste Vermeiden von Genussmittel zu höheren Stillraten (bei Alkoholverzicht mehr als bei Zigarettenabstinenz).“

Diese Statististik ist einer Dissertation im Rahmen der großen Ulmer Kohortenstudie (SPATZ Gesundheitsstudie) zu entnehmen, die in Teilen publiziert wurde. Zum Stillverhalten allgemein: „87% der Neugeborenen wurden nach der Geburt überwiegend gestillt. Nach der Entlassung aus der Klinik sank die Stillquote ab. Über 70%, 60% bzw. 20% der Mütter stillten vier, sechs bzw. zwölf Monate nach der Geburt partiell.“

Der Ulmer Spatz ist eigentlich das Wahrzeichen der Stadt. Nach der Sage soll ein Spatz bei den Bauten am Ulmer Münster Vorbild gewesen sein, einen Zweig (am Bau: einen Balken) nicht quer durch eine Tür zu tragen sondern besser in Längsrichtung. So frage ich mich bei dieser Längsschnittstudie, in wieweit Zigaretten- und Alkoholkonsum in Beziehung zu dem Faktor „niedrige Bildung“ stehen. Als Konsequenz aus der Arbeit wird gefordert, „stillfördernde und unterstützende Maßnahmen“ einzuleiten. „Der Schwerpunkt ist dabei auf rauchende und bildungsschwache Mütter sowie Alkohol konsumierende und bildungsstarke Mütter zu richten.“

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