Paracetamol während der Schwangerschaft fördert ADHS beim Kind

Paracetamol ist einWirkstof, der seit den 50er Jahren bei geringen oder mäßig starken Schmerzen eingesetzt wird und fiebersenkend wirkt. Die schmerzstillende Wirkung ist nicht sehr gut, aber das Medikament galt lange Zeit als sehr nebenwirkungsarm, gerade im Vergleich zu ASS und Ibuprofen.

Jetzt wurde eine norwegische Studie in Pediatrics veröffentlicht, die zeigt, dass Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft Paracetamol wegen Schmerzen länger als vier Wochen eingenommen haben, doppelt so häufig ADHS bekommen als zu erwarten wäre. Allerdings: Schwangere, die Paracetamol weniger als eine Woche lang genommen haben, brachten Kinder zur Welt, die etwas seltener ADHS hatten. „Auch das 6-fach erhöhte Risiko für ADHS bei Einnahme für die Indikation Fieber sollte jeder werdenden Mutter vor der Einnahme eröffnet werden“, ergänzt Prof. Dr. Hartmut Göbel von der Schmerzklinik in Kiel in einem Gastbeitrag bei medscape.

Und nun noch ein erstaunlicher, neuer Aspekt: „In Hinblick auf die minimale Wirkung von Paracetamol bei Schmerzen und die Unwirksamkeit bei starken oder gar sehr starken Schmerzen sind diese Ergebnisse sowohl für schwangere Frauen als auch potenzielle Väter alarmierend“, so Göbel. Denn nicht nur die langfristige Einnahme von Paracetamol durch schwangere Mütter sondern auch eine langfristige Einnahme von Paracetamol durch den Vater innerhalb von sechs Monaten vor der Zeugung des Kindes erhöht das Risiko für ADS beim Kind! Genauso erstaunlich: immerhin 18,1% der an der Studie teilnehmenden 75.000 norwegischen Väter hatten im Halbjahr vor der Zeugung ihres Kindes Paracetamol eingenommen.

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