Kids im Netz – Risk or Fun?

Internet1

Unter diesem Titel fasst „bildungsklick“ die Ergebnisse einer Online-Befragung des Leibniz-Instituts für Medienforschung / Hans-Bredow-Institut (HBI) zusammen.

Kinder haben ein anderes Risikoverständnis bei sexuellen Inhalten

Besonders in Bezug auf den Kontakt mit sexuellen Inhalten im Netz unterscheiden sich die Einschätzungen der Eltern deutlich von den Erfahrungen ihrer Kinder. 54 Prozent der befragten 12- bis 17-Jährigen sind in den vergangenen zwölf Monaten mit sexuellen Darstellungen in Form von Texten, Fotos oder Videos in Berührung gekommen.  Was Eltern als Risiko wahrnehmen, scheint für die Heranwachsenden oft gar nicht schlimm, sondern attraktiv zu sein: 61 Prozent der Jungen finden Gefallen an sexuellen Inhalten. „Während Eltern sich beispielsweise sorgen, dass ihr Kind mit sexuellen Inhalten in Berührung kommt, zeigen die Ergebnisse, dass diese Inhalte nicht per se negativ sein müssen, sondern mitunter für Heranwachsende im Rahmen ihrer sexuellen Entwicklung auch eine Informations- bzw. Orientierungsfunktion erfüllen können“, sagt Prof. Dr. Uwe Hasebrink.

Eltern teilen sorglos Kinderfotos im Netz

Unterschiedliche Auffassungen gibt es auch in Bezug auf das ungefragte Veröffentlichen von Kinderfotos durch die Eltern (Sharenting). So berichten 9% der befragten Kinder von 9 bis 17 Jahren, dass ihre Eltern ohne ihr Einverständnis Texte, Bilder oder Videos von ihnen ins Netz gestellt haben. Jeweils 6% waren verärgert über die veröffentlichen Informationen bzw. haben ihre Eltern darum gebeten, diese wieder zu löschen. Die Erwachsenen scheinen sich der Auswirkungen ihrer intensiven Online-Aktivitäten also nicht immer bewusst zu sein. „Eine Sensibilisierung auch mit Blick auf die Rechte von Kindern wäre hier notwendig“, so Hasebrink.

Spielsucht

Gaming

„Gaming Disorder“ ist ab jetzt laut WHO eine Diagnose im ICD (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems). In der ICD 11 (Schlüssel: 6C51) wird Spielsucht so definiert:

  • Betroffene haben keine oder kaum noch Kontrolle über Spielhäufigkeit, Spieldauer, Spielzeitpunkt.
  • Für Betroffene hat das Spielen zunehmend eine höhere Priorität gegenüber anderen Aktivitäten. Dies kann auch im Alltag notwendige Aktivitäten betreffen.
  • Trotz negativer Konsequenzen können die Betroffenen nicht mit dem Spielen aufhören.

Diese Verhaltenseinschränkungen müssen dabei grundsätzlich mindestens über 12 Monate vorliegen und mit massiven Beeinträchtigungen in persönlichen, familiären, sozialen sowie schulischen oder anderen Lebensbereichen verbunden sein. Bei den Mädchen ist hier vor allem die exzessive Nutzung von Social Media und Unterhaltungsangeboten, bei den Jungen eher das exzessive Spielen problematisch.

Lesenlernen fördert die visuelle Wahrnehmung

lesenlernen

Lesenlernen erfordert Funktionen der visuellen Wahrnehmung von Schriftzeichen. Manchmal wurde vermutet, dass dadurch die Verarbeitung von Gesichtern oder Gegenständen blockiert werde. Das Gegenteil ist der Fall, wie jetzt eine Arbeit vom Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen zeigt: Einige Hirnareale wie der Gyrus fusiformis oder der Occipitallappen zeigten bei Lesern nicht nur eine verstärkte Reaktion auf Schriftzeichen. Abhängig vom Lesegrad erhöhte sich sogar die Aktivität bei anderen visuellen Reizen wie Gesichtern, Häusern und anderen komplexen Objekten. Auch die Menge an Hirngewebe, das auf nicht mit Buchstaben und Schrift in Zusammenhang stehende Reize reagierte, verkleinerte sich durch die Lesekompetenz nicht. Lesenlernen führt also nicht zu einer Konkurrenzsituation sondern zu einer Verstärkung der Vernetzung von visuellen Signalen.

Wie kommt der Russ ins Baby?

Feinstaub

Feinstaub und Rußpartikel aus der Luftverschmutzung können das Risiko für Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Leiden und Krebs erhöhen. Dass sie bereits  über den Kreislauf der Mutter und die Placenta bis zum ungeborenen Kind gelangen können, belegen Forschungsergebnisse aus Belgien (Hannelore Bové und Mitarb. in Nature Communications, zit. in wissenschaft.de). Möglicherweise ist das die Ursache für Beeinträchtigungen der ungeborenen Kinder im Mutterleib. Jedenfalls werden sie oft zu früh oder mit einem geringen Geburtsgewicht geboren und leiden später häufiger an Atemwegsproblemen.

Je stärker die Luftverschmutzung am Wohnort der Mutter war, desto höher war dabei die Menge der Kohlenstoffteilchen in der Plazenta. So zeigte der Vergleich von jeweils zehn Proben aus sehr stark und sehr gering mit Ruß belasteten Gebieten eine hohe Korrelation mit der Anreicherung von Luftschadstoffen in den Plazenten. „Sie legen eine direkte Belastung des Kindes mit diesen Partikeln in der empfindlichsten Phase seines Lebens nahe“, konstatiert Bovés Team.

Immer mehr Schüler haben Förderbedarf

Förderbedarf

In Wuppertal brauchen immer mehr Schüler In zwei Jahren stieg die Zahl der Anträge von 347 auf 646. Dem erhöhten Bedarf steht ein erheblicher Mangel an Sonderpädagogen gegenüber, berichtet die Westdeutsche Zeitung. Nur die Hälfte der ausstehenden Stellen im Sonderschulbereich konnte besetzt werden. Kann damit der Anstieg der Förderanträge erklärt werden? Eine Zunahme der Kinder mit Förderbedarf wird mehr oder weniger aus allen Teilen der Republik berichtet. Erreicht der Inklusionswille jetzt das trotzige Gegenteil oder sind die Kinder, wenn man davon ausgeht, dass die Zahl der Kinder mit Behinderungen gleich bleibt, zunehmend verhaltensauffällig? Oder ist die Schließung mancher Förderschulen die Ursache?

Ein Beitrag aus England zeigt vielleicht, dass das Problem nicht nur auf Deutschland begrenzt ist: „Children with special education needs ‚more likely to be permanently excluded'“ titelt ITV News. SEND Kinder („special education needs and disabilities“) werden laut National Audit Office (NAO) report innerhalb der letzten fünf Schuljahre mit einer Steigerung von jeweils 45% vom Unterricht (permanent oder befristet) ausgeschlossen (In 2017/18, children with SEND accounted for 44.9% of permanent exclusions and 43.4% of fixed-period exclusions. Evidence also suggests that pupils with SEND are more likely to experience off-rolling – where schools encourage parents to remove a child primarily for the school’s benefit – than other pupils. The report found that, while some children with special educational needs and disabilities are receiving high-quality support, many others are not getting the help they should. According to the NAO, local authorities are coming under „growing financial pressure“ as the demand for supporting school pupils with the greatest needs rises.). Im gleichen Zeitraum wurden die Finanzmittel um 2,6% gekürzt.

Neues vom Mutterhormon

Oxytocin wird auch als das „Mutterhormon“ bezeichnet: Dieser Botenstoff im Gehirn löst bei Geburt die Wehen aus und stimuliert die Brustdrüsen zur Abgabe von Milch. Er ist auch entscheidend daran beteiligt, dass nach der Geburt eine tiefe emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind entsteht. Ein Mangel dieses Transmitters gilt als möglicher Risikofaktore für Wochenbettdepressionen. Aufgrund dieser besonderen Bedeutung des Oxytocins für das weibliche Geschlecht vermuten Forscher schon länger, dass sich das Oxytocin-System im Gehirn von Frauen und Männern unterscheidet. Über neue Erkenntnisse berichtet wissenschaft.de.

„Neues vom Mutterhormon“ weiterlesen

Traumafolgen über Generationen hinweg

Menschen, die ein schweres Trauma durchlebt haben, leiden oft viele Jahre, teilweise lebenslang, unter den psychischen Folgen. Auch ihre Bindungsfähigkeit und der eigene Erziehungsstil können davon beeinflusst sein. Sogar die nachfolgende Generation könne betroffen sein, sagt Dr. Rahel Bachem, Klinische Psychologin, die in einem Fachzeitschriften-Beitrag das Phänomen der so genannten Trauma-Transmission näher beschreibt.

„Traumafolgen über Generationen hinweg“ weiterlesen

Krankheiten riechen und schnüffeln

Bewusst ein doppeldeutiger Titel, denn zwei Dinge gibt es neu von der Nase: Erstens: Wenn man nicht mehr gut riecht, kann das eine Krankheit ankündigen. Und zweitens: Wenn man/Hund besonders gut schnüffelt, kann er Krankheiten womöglich erriechen.

Zum ersten Fall gibt es einen Artikel bei wissenschaft.de, der fragt, ob Hausärzte künftig einen Geruchstest machen sollten, da nachlassende Riechleistungen ein HInweis für degenerative Erkrankungen sein können, z.B. Alzheimer oder Parkinson.

„Krankheiten riechen und schnüffeln“ weiterlesen