Mangel an Fackräften in Kitas und Kliniken

In Deutschland sind laut einer Studie des IAB etwa 700.000 Erzieherinnen und Erzieher beschäftigt. In den vergangenen fünf Jahren stieg die Zahl um ein Drittel. Da der Bedarf schneller steigt als prognostiziert, und da nicht ausreichend Fachkräfte ausgebildet werden, bleiben deutschlandweit viele Stellen unbesetzt. In einer repräsentativen Stellenerhebung des IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) wurden Daten aus mehr als 10.000 Betrieben und Verwaltungsstellen ausgewertet.

„Der Erzieherberuf hat stark an Bedeutung gewonnen“, sagte IAB-Forscherin Anja Warningin einem Beitrag der ZEIT ONLINE. Dass der Bedarf noch steigen werde, liege an den steigenden Geburtenzahlen in jüngster Zeit, dem Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren sowie dem geplanten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen. Auch durch das schon jetzt im Schnitt relativ hohe Alter der Beschäftigten werde die Nachfrage weiter steigen. „Arbeitgeber haben bei Erzieherstellen große Schwierigkeiten, Personal zu finden“, sagte IAB-Forscherin Warning. Fast identisch sieht es in den Berufen im Pflegebereich aus. Arbeitgeber suchten in beiden Berufsbereichen im Durchschnitt mehr als 100 Tage, bevor sie eine offene Stelle besetzen könnten.

Auch IAB-Forscherin Anja Warning macht sich dafür starkt, den Beruf und die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern attraktiver zu gestalten. „Es ist Dringlichkeit gegeben, die Attraktivität des Berufs und der Erzieherausbildung zu verbessern, um das Angebot an ausgebildeten Fachkräften deutlich zu erhöhen“, sagte Warning. Ansatzpunkte seien eine weitere Steigerung der Zahl der Ausbildungsplätze, die Vergütung des bislang unbezahlten schulischen Ausbildungsanteils und mehr Möglichkeiten zum Quereinstieg. „Kindertagesstätten können bei Personalmangel kurzfristig nicht über eine Verringerung der Zahl der zu betreuenden Kinder gegensteuern. Unbesetzte Stellen bringen deshalb besonders hohe Belastungen beim vorhandenen Personal mit sich. Personalmangel gefährdet die Qualität der Bildungsarbeit und nicht zuletzt die Attraktivität des Erzieherberufes“, sagte Warning weiter.

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