Malaria: Eine Geißel der Menschheit jetzt besiegen?

Professor Kremsner und Dr. Mordmüller vom Tübinger Institut für Tropenmedizin und dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) haben in der Wissenschaftszeitung nature vor wenigen Tagen die Ergebnisse einer neuen Art von Impfung vorgestellt, die den Durchbruch in der Malariabehandlung bringen könnte. Bisher erkranken beidseits des Äquators jährlich mehr als 200 Mill. Menschen an der von der Anopheles Mücke übertragenen Krankheit. Die Zahl der Todesfälle wird auf mind. 400.00 im Jahr geschätzt, darunter besonders viele Kinder in Afrika. Alle bisherigen Versuche, der Mücke oder dem Erreger den Garaus zu machen oder einen Impfstoff aus Bestandteilen des Errregers Plasmodium zu entwickeln, schlugen fehl.

Wer schon einmal Malaria gehabt hat, wird dem Vorgehen der Tübinger Arbeitsgruppe mit einem gewissen Schaudern begegnen. Den gesunden  Versuchspersonen wurden lebendige Plasmodium Parasiten gespritzt. Gleichzeitig erhielten diese Erwachsenen das bewährte Malaria Medikament Chloroquin. So kommt es zu einer normalen Infektion mit dem Erreger, der sich in einer ersten Stufe in der Leber einnistet und vermehrt. Die dabei entstandenen Merozoiten wandern in die Blutbahn und würden sich dann in der zweiten Stufe in den roten Blutkörperchen einnisten und vermehren und die Krankheitssymptome verursachen. Doch jetzt tritt das gute Chloroquin in Aktion, tötet die Erreger und verhindert den Ausbruch der Krankheit.

Gleichzeitg bildet das Immunsystem Antikörper. Diejenigen Versuchspersonen, denen die Erreger innerhalb von vier Wochen dreimal gespritzt worden waren, entwickelten unter Chloroquin Schutz gute Immunantworten und waren auch noch 10 Wochen später vollständig gegen Malaria geschützt. Jetzt soll der Impfstoff in Afrika klinisch über einen langen Zeitraum getestet werden. Zumindest besteht die berechtigte Hoffnung, in der Bekämpfung einer der schlimmsten Geißel der Menschheit einen entscheidenden Schritt näher gekommen zu sein.

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