Lesenlernen fördert die visuelle Wahrnehmung

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Lesenlernen erfordert Funktionen der visuellen Wahrnehmung von Schriftzeichen. Manchmal wurde vermutet, dass dadurch die Verarbeitung von Gesichtern oder Gegenständen blockiert werde. Das Gegenteil ist der Fall, wie jetzt eine Arbeit vom Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen zeigt: Einige Hirnareale wie der Gyrus fusiformis oder der Occipitallappen zeigten bei Lesern nicht nur eine verstärkte Reaktion auf Schriftzeichen. Abhängig vom Lesegrad erhöhte sich sogar die Aktivität bei anderen visuellen Reizen wie Gesichtern, Häusern und anderen komplexen Objekten. Auch die Menge an Hirngewebe, das auf nicht mit Buchstaben und Schrift in Zusammenhang stehende Reize reagierte, verkleinerte sich durch die Lesekompetenz nicht. Lesenlernen führt also nicht zu einer Konkurrenzsituation sondern zu einer Verstärkung der Vernetzung von visuellen Signalen.

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