Kommt vorschulisches Lernen in Kitas zu kurz?

Kita-Erzieherinnen und -Erziehern in Deutschland ist es besonders wichtig, dass die von ihnen betreuten Kinder ein gutes Sozialverhalten entwickeln und gut sprechen lernen. Für weniger wichtig halten sie Spiele und Übungen, die den Kindern die Grundlagen des Lesens, Schreibens und Rechnens nahebringen. Dieses Ergebnis einer internationalen Befragung von Fachkräften in der frühkindlichen Erziehung hebt das Bildungsdirektorat der OECD für Deutschland hervor.

Ziel der Studie „Starting strong“ (Stark starten) ist es, die Qualitätsentwicklung in der frühkindlichen Bildung zu fördern. In neun OECD-Ländern wurde 2018 jeweils eine repräsentative Stichprobe von Kitakräften befragt, in Deutschland nahmen rund 2500 Erzieherinnen und Erzieher sowie gut 500 Leitungspersonen teil. In der Türkei geben 80 Prozent der Kitaerzieherinnen an, Zahlenspiele mit den Kindern zu spielen, in Chile und Israel sind es um die 60 Prozent, in Deutschland aber nur rund 30 Prozent.

Gleichzeitig ist Deutschland eines der Länder mit der geringsten Diversitätsförderung in der Kita. Bücher, die Menschen unterschiedlicher ethnischer oder kultureller Herkunft zeigen, setzen nur 40 Prozent der Befragten ein. Bei Spielen aus anderen Kulturkreisen sind es sogar nur 15 Prozent. Zum Vergleich: In der Türkei, in Chile und Korea arbeiten knapp über oder unter 80 Prozent nach eigenen Angaben mit diversitätsfördernden Büchern. Diese Angabe konnten ebenso wie die Inhalte der Bücher nicht überprüft werden, erläutert Studienleiter Arno Engel.

Please follow and like us:
error

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.