Kleine Schläge auf den Hinterkopf

Sogar nach relativ leichten Schläge auf den Kopf, die noch keine Zeichen einer Gehirnerschütterung verursachen, können innerhalb kurzer Zeit morphologische Veränderungen im Gehirn zur Folge haben. Dies zeigen  Autopsien und Tierversuche, über die US-Forscher im Fachblatt Brain berichten. Die Studien-Ergebnisse unterstreichen Befürchtungen, dass selbst relativ geringe Schläge auf den Kopf bei Kindern und Jugendlichen, wie sie beim American Football vorkommen, bleibende Schäden im Gehirn, sog. „chronisch-traumatische Enzephalopathie (CTE )“ verursachen können. Schon lange gilt offiziell in den USA: Jugendliche dürfen keine Kopfbälle mehr machen. Auch in Deutschland warnen immer mehr Wissenschaftler vor Kopfbällen und scheinbar geringen Gehirnerschütterungen.

Was passiert bei einer Gehirnerschütterung? Dazu Frau Prof. Koerte von der Abteilung für Neurobiologische Forschung der Universität München: „Die Verbindungen unserer Nervenzellen, die Axone, sind mit einer Schutzschicht aus Myelin ummantelt wie ein Elektrokabel mit Kunststoff. Die Schutzschicht und die Axone können verletzt werden. Wenn die Zellmembran stark gedehnt wird oder sogar reißt, strömen massiv Kalziumionen in die Nervenzelle ein. Diese lassen die Energieversorgung der Zelle kollabieren. In leichten Fällen ist die Signalleitung der Nervenzelle kurzfristig gestört, in anderen stirbt sie ab.“ Kurzfristige Folge sind Gedächtnisstörungen. Prof. Lipton vom Einstein College in New York (zitiert nach Ärzteblatt) fand messbare Folgen für die Hirnfunktion erst nach vielen Kopfbällen: ab einer Zahl von etwa 1.800 Kopfbällen im letzten Jahr. Ab diesem Schwellenwert schnitten die Teilnehmer schlechter in Gedächtnistests ab.

Frage also: Reichen einzelne hirntraumatische Ereignisse aus, bleibende Veränderungen im Gehirn zu verursachen, oder müssen es doch ein paar Tausend sein? Wer mag es jetzt drauf ankommen lassen?

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