Hilfe für Kinder psychisch kranker Eltern

in der letzten Ausgabe der Kinderärztlichen Praxis findet sich ein Artikel von Kurt Albermann et al. zur Situation von Kindern psychisch kranker Eltern. Sehr anschaulich und praktisch gut nutzbar sind die Fragen an die betroffenen Kinder und Jugendlichen und die Voraussetzungen für den Aufbau eines Netzwerks. Sehr lesenswert!

Ansprechpartner ist auch die Bundesarbeitsgemeinschaft für Kinder psychisch kranker Eltern. Das Informationsangebot für regionale Hilfsangebote gibt es unter: http://bag-kipe.de/einrichtungen-projekte
Hier noch die Zusammenfassung (leicht gekürzt):
  • Kinder psychisch kranker Eltern haben ein um den Faktor 3 bis 7 erhöhtes Risiko, selbst eine psychische Störung zu entwickeln.
  • Kinder von Eltern mit Persönlichkeitsstörungen und Abhängigkeitserkrankungen sind offenbar am meisten gefährdet.
  • Anfangs können die familiären und privaten Netzwerke noch greifen, nach längerer Erkrankung und insbesondere bei Alleinerziehenden sind öffentliche Netzwerke unverzichtbar.
  • Die die Eltern behandelnden Fachpersonen haben die Kinder häufig nicht im Blick: Sie sollten nachfragen, wie es den Kindern geht, und bei Bedarf zu geeigneten Fachpersonen Kontakt aufnehmen.
  • Regionale Netzwerke benötigen eine Zusammenarbeit der verschiedenen Leistungserbringer, familienbezogen und fallübergreifend.
  • Die Kinder brauchen altersangemessene Informationen über die elterliche Erkrankung – kleinere Kinder durch die Eltern selbst – größere auch durch Fachpersonen.
  • Bei KinderärztInnen besteht im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen Gelegenheit, Eltern, in der Regel Mütter, auf individuelle und familiäre Belastungen, Schutz- und Risikofaktoren anzusprechen und auf professionelle Hilfen hinzuweisen. Es gibt aber kein Patentrezept – für jede Familie müssen individuell geeignete Unterstützungsangebote gefunden werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.