Blinde Mäuse sehen, taube Mäuse hören wieder

Nadja Podbregar referierte vor wenigen Tagen in bild der wissenschaft über eine Arbeit , in der es japanischen Forschern gelungen war, „Mäusen mit zerstörter Netzhaut zumindest ein rudimentäres Hell-Dunkel-Sehen wiederzugeben. Sie erreichten dies mit Stammzellen, aus denen sie Netzhautgewebe züchteten. Dieses pflanzten sie den Mäusen ins Auge ein“.  Damit könnten Menschen, die von einer fortschreitenden Erblindung durch Retinitis pigmentosa oder Maculadegeneration betroffen sind, Hoffnung schöpfen, dass die zerstörten Netzhautzellen durch regenerierungsfähige Stammzellen ersetzt werden könnten. Zumindest bei Mäusen scheinen entsprechende Transplantate anzuwachsen, synaptische Verbindungen herzustellen und Signale aus optischen Reizen weiterzuleiten. Ob dieser Ansatz beim Menschen funktionieren wird, bleibt allerdings noch abzuwarten.

Einen ganz anderen Weg hat eine Arbeitsgruppe im Children´s Hospital in Boston eingeschlagen, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, Sinneszellen des Innenohrs, die sog. Haarzellen, regenerieren zu lassen, zumindest bei Mäusen. Bei Tieren und Menschen, die eine genetische Erkrankung namens Usher Syndrom haben, wird das Protein Harmonin nur in verkürzter Form gebildet und verursacht angeborene Taubheit. Die Forscher manövrierten nun mittels eine spezielle Virus-Fähre eine intakte Version des Ush1c-Gens ins Innenohr neugeborener Mäuse. Und es funktionierte: Alle Versuchstiere lernten das Hören, teils sogar von leisen Geräuschen. Jetzt hoffen die Forscher, diese Therapie auch bei betroffenen Neugeborenen unmittelbar nach der Geburt anwenden zu können.

Wie geht es Ihnen, wenn Sie das lesen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.