Warum denn dieser Absturz?

Im einstigen Musterländle Baden-Württemberg droht der Bildungsabsturz. Das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) vergleicht Schüler der neunten Klassen im neuesten Deutsch/Englisch-Test von 2015 mit den Ergebnissen von 2008/2009. Dabei bleibt Bayern bei den Bildungserfolgen an der Spitze, Schleswig-Holstein ist neben Sachsen Aufsteiger und Baden-Württemberg rauscht ab ins Mittelfeld. Bremen und Berlin sind die bewährten Schlusslichter. In Baden-Württemberg zeigt sich der Negativ-Trend im Fach Deutsch,  sowohl im Bereich Lesen als auch im Bereich Zuhören. Der Anteil der Jugendlichen, die den Regelstandard erreichen, ist signifikant zurückgegangen. „Für Baden-Württemberg sieht es düster aus“, titelt die Stuttgarter Zeitung am 28.10.2016. Mangelnde Lehrerstellen oder die Grundschulempfehlungen werden als übliche Verdächtige ins Spiel gebracht und die Parteien bringen sich in Stellung. Eine saubere wissenschaftlich fundierte Analyse fehlt jedoch in der ideologisch gefärbten Diskussion. Und so ganz von allein und ohne Vorboten löst sich wohl keine Lawine aus.

Die Kindersterblichkeit senken

Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren wurde laut „Zukunftscharta“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zwischen 1990 und 2012 weltweit beinahe halbiert: von 90 Sterbefällen je 1.000 Lebendgeburten auf 48 Sterbefälle. Wenn trotzdem an jedem Tag schätzungsweise 18.000 Kinder unter fünf Jahren an Krankheiten sterben, bleibt die Frage: Wie kann diese erschreckende Zahl weiter gesenkt werden?
 
Bei weitem am höchsten ist die Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren in den Ländern südlich der Sahara. Besonders grossen Einfluss haben die Neugeborenen-Mortalität und die sinkende Zahl von Impfungen (besonders die Masern-Impfung). Beide Faktoren stehen in engem Zusammenhang mit den politischen und ökonomischen Bedingungen in diesen Ländern. Würde das nicht bedeuten, die Entwicklungshilfe-Politik grundlegend zu ändern. Geldzusagen der Bundesregierung, wie gegenüber Mali und Niger geplant, damit diese Länder „Armutsflüchtlinge“ zurückzunehmen, werden sicher die falschen Menschen bereichern.