Lärm ist schlecht fürs Lernen

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) rief zum „Tag gegen Lärm“ am 25. April 2018 auf. Darüber berichtet bildungsklick. Der Blick ist dabei auf Schulen gerichtet: „In Klassenzimmern liegt der Lärmpegel teilweise sogar über 80 Dezibel – das ist so laut wie ein angeschalteter Staubsauger oder eine Straße mit hohem Verkehrsaufkommen.“ Bebildert wird der Artikel mit einem Gerät zur Messung der Lautstärke.

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Dreimal Neues vom Impfen

Zu viel und zu früh? Die Zahl der in Deutschland empfohlenen Impfungen hat sich in den letzten Jahren auf 10 Impfungen erhöht. Dadurch nimmt bei manchen Eltern die Befürchtung zu, die vielen Impfungen könnten das Immunsystem überfordern. Das wurde jetzt in einer Studie in den USA untersucht. Die Daten von 450.000 geimpften Kindern im Alter von 24 bis 47 Monaten aus US-amerikanischen Gesundheitsnetzwerken wurden von 2003 bis 2013 erfasst.

Befürchtungen, Kinder würden zu oft und zu früh geimpft, bestätigten sich nicht. Die Impfungen konkurrieren nicht mit der Fähigkeit des Immunsystems, Krankheitserreger abzuwehren.

Sinkende Raten an Impfkomplikationen: Das Paul-Ehrlich-Institut hat die Auswertung der im Jahr 2016 gemeldeten Verdachtsfälle von Impfkomplikationen vorgelegt. Danach ist mit 3.673 Fällen im Vergleich zum Vorjahr (3.919) ein Rückgang zu verzeichnen. Todesfälle, die bei Säuglingen und alten Menschen über 75 Jahren auftraten, stehen in keinem kausalen Zusammenhang mit den Impfungen. „Auch ein neues Risikosignal für bisher unbekannte Nebenwirkungen durch die in Deutschland angewandten Impfstoffe ergibt sich im Jahr 2016 nicht“, lautet das Fazit des Instituts.

Von den eingegangenen Meldungen handelt es sich bei rund 30 Prozent um schwerwiegende Fälle. Davon wurden bei 1,3 Prozent bleibende Schäden festgestellt. „In keinem einzigen Fall war ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Impfung und der berichteten Todesursache festzustellen“, heißt es im Bulletin.

Am häufigsten wurden leichte Impfreaktionen gemeldet. Dazu gehören in erster Linie vorübergehende Schwellungen und Schmerzen an der Injektionsstelle, Fieber, Unwohlsein, Schüttelfrost und Gelenkschmerzen.

 HPV-Impfung: Einige Typen des Human Papilloma Virus (HPV) können bösartige Veränderungen hervorrufen, insbesondere Gebärmutterhalskrebs bei Frauen. Vermutlich ist auch ein erheblicher Anteil der Scheiden-, Penis- und Analkarzinome Folge einer HPV-Infektion. Der deutsche Forscher Harald zur Hausen erhielt unter anderem für die Entdeckung des Zusammenhangs mit Gebärmutterhalskrebs den Nobelpreis.

Die Impfung von Mädchen gegen diesen Virus ist die erste gegen einen Krebs vorbeugende Impfung in der Geschichte. Bereits die Impfung von 87 neunjährigen Mädchen kann einen Fall von Gebärmutterhalskrebs verhindern. Eine Studie in den USA konnte jetzt zeigen, dass eine Auffrischimpfung der Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren die Sterblichkeit an Gebärmutterhalskrebs um weitere 30 %–40 % senken würde.

Wieviel Zucker steckt im Joghurt?

Seit einigen Jahren ist klar: Zucker ist ein lange Zeit unterschätzter Risikofaktor für die Gesundheit. Und selbst, wenn man das weiß: Achten wir auf den Zuckergehalt von Nahrungsmitteln? Eltern tun das nicht. Sie haben auch wenig Wissen, wieviel Zucker in Lebensmitteln enthalten ist. Ich fürchte, Pädagogen und Mediziner oder andere Fachleute sind auch nicht besser informiert.

„So hatten die Eltern, die den Zuckergehalt unterschätzten auch häufiger übergewichtige Kinder“, so die Erstautorin Mattea Dallacker einer Studie vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Nahrungsmittel wie Orangensaft und Joghurt werden von den meisten als gesund erachtet, deswegen unterschätzten mehr als acht von zehn Personen den Zuckergehalt. Am meisten und häufigsten daneben lagen sie beim Einschätzen von Joghurt. Neun von zehn unterschätzen den Zuckergehalt um rund 60 Prozent der Gesamtzuckermenge.

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Kleine Schläge auf den Hinterkopf

Sogar nach relativ leichten Schläge auf den Kopf, die noch keine Zeichen einer Gehirnerschütterung verursachen, können innerhalb kurzer Zeit morphologische Veränderungen im Gehirn zur Folge haben. Dies zeigen  Autopsien und Tierversuche, über die US-Forscher im Fachblatt Brain berichten. Die Studien-Ergebnisse unterstreichen Befürchtungen, dass selbst relativ geringe Schläge auf den Kopf bei Kindern und Jugendlichen, wie sie beim American Football vorkommen, bleibende Schäden im Gehirn, sog. „chronisch-traumatische Enzephalopathie (CTE )“ verursachen können. Schon lange gilt offiziell in den USA: Jugendliche dürfen keine Kopfbälle mehr machen. Auch in Deutschland warnen immer mehr Wissenschaftler vor Kopfbällen und scheinbar geringen Gehirnerschütterungen.

Was passiert bei einer Gehirnerschütterung? Dazu Frau Prof. Koerte von der Abteilung für Neurobiologische Forschung der Universität München: „Die Verbindungen unserer Nervenzellen, die Axone, sind mit einer Schutzschicht aus Myelin ummantelt wie ein Elektrokabel mit Kunststoff. Die Schutzschicht und die Axone können verletzt werden. Wenn die Zellmembran stark gedehnt wird oder sogar reißt, strömen massiv Kalziumionen in die Nervenzelle ein. Diese lassen die Energieversorgung der Zelle kollabieren. In leichten Fällen ist die Signalleitung der Nervenzelle kurzfristig gestört, in anderen stirbt sie ab.“ Kurzfristige Folge sind Gedächtnisstörungen. Prof. Lipton vom Einstein College in New York (zitiert nach Ärzteblatt) fand messbare Folgen für die Hirnfunktion erst nach vielen Kopfbällen: ab einer Zahl von etwa 1.800 Kopfbällen im letzten Jahr. Ab diesem Schwellenwert schnitten die Teilnehmer schlechter in Gedächtnistests ab.

Frage also: Reichen einzelne hirntraumatische Ereignisse aus, bleibende Veränderungen im Gehirn zu verursachen, oder müssen es doch ein paar Tausend sein? Wer mag es jetzt drauf ankommen lassen?

Umwelt: Diesel und Putzmittel

Mit dem heutigen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts geht es dem Diesel vielleicht bald an den Kragen. Aber noch immer sollen jetzt die Städte in der Pflicht sein, Fahrverbote auszusprechen, nicht jedoch ist die Automobilindustrie in der Pflicht, ihre vorsätzlichen Betrügereien wenigstens teilweise zu korrigieren, indem sie alle Dieselfahrzeuge nachrüsten.

Vielleicht kommt aber auch die Wende durch Druck aus der Bürgerschaft: Der Guardian berichtet, dass englische Eltern verschmutzungsfreie Zonen für ihre Kinder fordern, auf dem Weg zur Schule und zu den Kitas und in deren  Umkreis. Eine Untersuchung sprach von Hunderttausenden, die exponiert sind: „The analysis of the most recent government data exposes how dangerous levels of nitrogen dioxide (NO2) pollution from diesel traffic are not limited to large metropolitan centres, but threaten the health of children and young people in towns and cities from Newcastle to Plymouth.“

Aber sicher kann man wohl nirgends mehr sein. Univadis fasst die Ergebnisse des European Community Respiratory Health Survey, der über zwanzig Jahre lief, zusammen. Dabei fand sich bei Frauen, die ihre privaten Räume saubermachen und deswegen regelmäßig Kontakt mit Reinigungssprays und anderen Putzmitteln hatten,  anhaltende Veränderungen in den Atemwegen.

Also: erst einmal weg mit dem Diesel (sind die Benziner eigentlich wirklich weniger schädlich?), und dann immer seltener mit Reinigungsmitteln putzen.

Rauchende und Alkohol trinkende Mütter stillen seltener und kürzer

Fast hätte man es sich auch denken können, aber nun wissen wir es schwarz auf weiß: „Mütter mit Zigaretten- bzw. Alkoholkonsum und niedriger Bildung stillten signifikant seltener und kürzer. Dabei war das Stillverhalten umso schlechter, je früher nach der Geburt der Genussmittelkonsum aufgenommen wurde. Hingegen führte das bewusste Vermeiden von Genussmittel zu höheren Stillraten (bei Alkoholverzicht mehr als bei Zigarettenabstinenz).“

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Gegen den Zucker im XXL Format

Nachdem jahrzehntelang Fett  der Ernährungsfeind und Dickmacher Nr. 1 war, zeigt sich in den letzten Jahren dass Zucker noch viel gefährlicher ist: als Verursacher von Übergewicht, Diabetes, Herz- und Gefäßerkrankungen, Bluthochdruck und vieles mehr. Da die Lebensmittelindustrie erfolgreich alle Bemühungen geblockt hat, Lebensmittel mit einfach zu lesenden Ampeln zu kennzeichnen, ist es nach wie vor mühselig, den Kohlehydrat- und Zuckeranteil in Lebensmitteln im Kleingedruckten zu lesen. Aber selbst in „gesunden“ Yoghurts und Müslis überschreitet der Zuckeranteil sehr oft 20 Gramm%.

Da nimmt sich der Appel der Deutschen Leberstiftung doch recht hilflos aus. Dennoch will ich ihn gerne weiterreichen: „Übergrößen im XXL-Format, angereichert mit Unmengen Zucker, ist ein gefährlicher Trend bei Lebensmittelprodukten. Denn wer regelmäßig auf ein solches stark zuckerhaltiges Nahrungsangebot im Übermaß zurückgreift, risikiert, dadurch eine nicht-alkoholische Fettleber in XXL-Größe zu entwickeln.“

„XXL bei Lebensmitteln ist ein Trend, der sich leider auch beim Organ Leber der XXL-Fans widerspiegeln kann: Die Zahlen der großen und kleinen Patienten, die eine nicht-alkoholische Fettleber im „XXL-Format“ entwickeln, sind alarmierend. Fürs neue Jahr rät die Deutsche Leberstiftung beim Genießen zur Formel „Less is More“ anstatt „XXL“.“

Feinstaub in der Stadt: auch ein Grund für die Zunahme von Frühgeborenen?

Die Gefahr ist kleiner als 0,01 Millimeter und gerade deshalb so tückisch: Feinstaub kann die Atemwege schädigen, Lungenkrankheiten verschlimmern und Herzinfarkte verursachen. Wenn man sich die langfristigen Mittelwerte deutschlandweit anschaut, war es früher viel schlimmer. Sehr instruktiv: Homepage (dort auch die Karte der Mittelwerte) und YouTube-Video des Umweltbundesamtes. Wer weiterhin auf sein Recht als Böllermann/Böllerfrau zu Sylvester pocht und die Gegner als verknöcherte Spassbremsen sieht, sollte sich einmal die explosive Feinstaubzunahme an Sylvester anschauen, z. B. in der Karte auf diesem Blog.

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Paracetamol während der Schwangerschaft fördert ADHS beim Kind

Paracetamol ist einWirkstof, der seit den 50er Jahren bei geringen oder mäßig starken Schmerzen eingesetzt wird und fiebersenkend wirkt. Die schmerzstillende Wirkung ist nicht sehr gut, aber das Medikament galt lange Zeit als sehr nebenwirkungsarm, gerade im Vergleich zu ASS und Ibuprofen.

Jetzt wurde eine norwegische Studie in Pediatrics veröffentlicht, die zeigt, dass Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft Paracetamol wegen Schmerzen länger als vier Wochen eingenommen haben, doppelt so häufig ADHS bekommen als zu erwarten wäre. Allerdings: Schwangere, die Paracetamol weniger als eine Woche lang genommen haben, brachten Kinder zur Welt, die etwas seltener ADHS hatten. „Auch das 6-fach erhöhte Risiko für ADHS bei Einnahme für die Indikation Fieber sollte jeder werdenden Mutter vor der Einnahme eröffnet werden“, ergänzt Prof. Dr. Hartmut Göbel von der Schmerzklinik in Kiel in einem Gastbeitrag bei medscape.

Und nun noch ein erstaunlicher, neuer Aspekt: „In Hinblick auf die minimale Wirkung von Paracetamol bei Schmerzen und die Unwirksamkeit bei starken oder gar sehr starken Schmerzen sind diese Ergebnisse sowohl für schwangere Frauen als auch potenzielle Väter alarmierend“, so Göbel. Denn nicht nur die langfristige Einnahme von Paracetamol durch schwangere Mütter sondern auch eine langfristige Einnahme von Paracetamol durch den Vater innerhalb von sechs Monaten vor der Zeugung des Kindes erhöht das Risiko für ADS beim Kind! Genauso erstaunlich: immerhin 18,1% der an der Studie teilnehmenden 75.000 norwegischen Väter hatten im Halbjahr vor der Zeugung ihres Kindes Paracetamol eingenommen.

Fracking hat Auswirkungen auf das Wachstum vor der Geburt

Fracking nennt man das hydraulische Aufbrechen von Gesteinsschichten durch Wasser und Quarzsände  zur Energiegewinnung. Fracking ist die neue Goldgrube in den USA und hat das Land  unabhängig von Öl- und Gasimporten gemacht. Umweltverbände warnen seit langem vor den Umweltschäden, die durch Fracking hervorgerufen werden. Denn beim Fracking werden verschiedene Chemikalien ins Wasser geschossen, die das Grundwasser belasten. Zudem verursacht die Förderung Emissionen, welche die Luftqualität verschlechtern. Dazu kommen die Abgase der LKWs rund um den Fracking-Standort.

Besorniserregende Resultate hat eine US-Studie über die Gesundheit von Menschen, die in der Nähe von Fracking Standorten leben. Prof. Dr. Janet Currie von der Universität Princeton wertete dazu die Daten von 1,1 Millionen Neugeborenen aus, die in den Jahren 2004 bis 2013 im Bundesstaat Pennsylvania auf die Welt gekommen waren. Rund 25.000 Frauen lebten im Umkreis von weniger als zwei Kilometer rund um eine der insgesamt 10.000 Bohrstellen. Rund 7.000 Frauen lebten im Umkreis von bis zu einem Kilometer. In Univadis werden die Ergebnisse zusammengefasst:  die Nähe zu einem Bohrloch wirkte sich eindeutig negativ auf das Geburtsgewicht von Neugeborenen aus (25% mehr Neugeborene mit einem verringerten Geburtsgewicht) und einer Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustandes.