Verbindliche Qualitätsstandards für frühkindliche Bildung

Im Handelsblatt steht: „FDP fordert bundesweit einheitliche Kita-Standards“ und wirft deren Fehlen der Bundesfamilienministerin Giffey vor. Jedoch: Das Bildungssystem ist föderal und wird, auch in grauen Vorzeiten, in denen in denen die FDP Regierungsverantwortung hatte, in Länderhoheit kunterbunt  geprägt. In einem Positionspapier der FDP Bundestags-Fraktion wird beklagt, dass „die Bundesregierung das Geld mit der Gießkanne verteilt“, womit die FDP ja Recht hat.

Mit dem „Gute-Kita-Gesetz“, das Giffey im vergangenen Jahr das auf den Weg gebracht hatte,  fließen nun rund 5,5 Milliarden Euro für die frühkindliche Bildung an die Bundesländer. Dafür musste der Bund mit jedem der 16 Länder einen eigenen Vertrag abschließen (uff, welche Arbeitsverschwendung!).

Dazu zählen u.a. auch die Reduzierung oder Abschaffung der Kitagebühren. Welche Kita wird dadurch wohl eine „Gute Kita“ mit einer besseren Qualität?

Ja, auch die Ausweitung der Betreuungszeiten, ein besserer Betreuungsschlüssel, mehr Sprachförderung für die Kinder, die Weiterbildung von Erziehern oder die Stärkung der Kitaleitung können die Qualität verbessern. Von einem verbindlichen und einheitlichen Standard sind wir aber weiterhin weit entfernt. Laut der Ministerin „gebe es nicht den einen richtigen Weg für mehr Qualität bei der Kinderbetreuung,“ Warum eigentlich nicht? Weil sich die Politik nicht traut, Qualität zu definieren und einzufordern, wie dies in anderen Ländern normnal ist. 5,5 Milliarden Euro. Können Politiker und Steuerzahler dafür etwas verlangen?

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Immer mehr obdachlose Schüler

Das titelt die FAZ über Lebensbedingungen in den USA. „Nach einer Studie des Nationalen Zentrums für die Ausbildung von Obdachlosen kampierten im Schuljahr 2017/2018 mehr als 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche, die staatliche Bildungseinrichtungen besuchten, in Autos, verlassenen Häusern oder bei Freunden. Damit hat sich die Zahl obdachloser Schüler seit dem Jahr 2005 mehr als verdoppelt.“

„Als Gründe nannten die Macher der jetzt veröffentlichten Studie die Arbeitslosigkeit der Eltern, hohe Mieten, häusliche Gewalt und die Opioid-Krise. Im Jahr 2018 griffen mehr als zehn Millionen Amerikaner zu Opioiden, etwa zwei Millionen gelten als abhängig.  Nur einer von drei Schülern ohne festes Zuhause könne der Klassenstufe entsprechend lesen. In Mathematik und Naturwissenschaften erfüllten noch weniger Kinder und Jugendliche die schulischen Anforderungen.“

Wer weiß eigentlich, wie das in Deutschland ist? Brauchen wir auch ein „Nationales Jugendforum für Obdachlosigkeit“?

 

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Zwei „Nicht-Mathe“ Bücher

„Mathematik und Kunst … scheinen auf den ersten Blick himmelweit voneinander entfernt. Sieht man aber genauer hin, zeigt sich, dass sie vieles gemeinsam haben. Mathematik steckt voller Muster, und Muster können schön, dekorativ und richtig komplex sein …“, sagt die Autorin Anna Weltmann zu ihren „Mal- und Kritzelbüchern“. Eine ausführliche Besprechung von „Das ist kein Mathe-Buch“ findet man auf dem wie immer lesenswerten Blog von Mandy Fuchs. Man darf nur nicht erwarten, dass allein mit der Bearbeitung von visuellen Strukturen und Mustern das Erlernen von Mathematik gelingt. 

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