Berliner Projekt gegen Cybermobbing

Wie eine Schule gegen den Hass im Netz vorgeht

Die Klasse 5c der Charlottenburger Nehring-Grundschule will digitaler Gewalt vorbeugen – und nimmt dabei die ganze Schule mit, schreibt Susanne Vieth-Entus im Tagesspiegel. „Wir haben das Projekt ,Faustlos‘, wir haben Konfliktlotsen und einen Klassenrat, aber all das reicht nicht wegen der modernen Medien“, hat Nehring-Schulleiterin Aina Lappalainen angesichts des um sich greifenden Phänomens festgestellt. Umso mehr freut sie sich, dass sich die Klasse 5c ihr eigenes „Rüstzeug“ besorgt hat: Der langjährige Cybermobbing-Experte des Landesinstituts für Schule und Medien, Michael Retzlaff, absolvierte mit ihnen den von ihm entwickelten Workshop „Respekt im Netz“. 

Das Herzstück der Arbeit gegen Cybermobbing ist eine Selbstverpflichtungserklärung, die die Schüler miteinander erarbeitet haben, wie Experte Retzlaff betont. Mit ihren Unterschriften haben alle Schüler bekräftigt, dass sie „keine Form von Cybermobbing, sprachlicher oder körperlicher Bedrohung und Gewalt akzeptieren“ wollen. Daraus folgt, dass sie ihre Mitschüler weder bedrohen und beleidigen, sondern „fair und respektvoll“ mit ihnen umgehen, wie es in der Selbstverpflichtungserklärung heißt.

Der Workshop hat das Bewusstsein der Kinder geschärft“, steht für die Lehrerin der 5c, Nicole Jezewski, fest. Sie sei „begeistert, wie viel die Kinder mitgenommen haben“. Was die Klasse 5c erarbeitet hat, wurde anschließend – zusammen mit einem selbstgedrehten Film – in anderen Klassen vorgestellt und könnte letztlich auf die ganze Schule übertragen werden.

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Psychische Erkrankungen bei Jugendlichen – Was Lehrkräfte tun können

Angesichts steigender Zahlen von psychischen Erkrankungen bei Jugendlichen ist es wichtig, dass Schulen offen und aufmerksam mit dem Thema umgehen. Viele Jugendliche haben Angst, über psychische Probleme zu sprechen. Sie stehen oft unter einem enormen Druck. Gründe dafür sind z. B. Stress in der Schule, Streit in der Familie, Leistungsdruck oder Mobbing. Hinzu kommen hormonelle und neurologische Veränderungen in der Pubertät, die zu starken Stimmungsschwankungen führen können.

Seelische Krisen erkennen

In diesem XING Link finden Sie auch sinnvolle Fragen an die Jugendlichen, Ansätze zur Prävention und Aufklärung und einen Download „checkliste_seelische_krise.pdf“ (Dateigröße: 1MB).

Als Lehrkraft ist es nicht immer leicht, herauszufinden, was Schülerinnen und Schüler belastet. Es gibt jedoch einige Warnsignale, die auf eine psychische Krise bei Jugendlichen hinweisen können. Sollte Ihnen ein Schüler bzw. eine Schülerin aufgewühlt oder depressiv erscheinen, können Sie im Vier-Augen-Gespräch versuchen, weitere Fragen zu klären:

  • Wirkt sie oder er unruhig, aufgeregt oder rastlos?
  • Ist sie oder er überempfindlich oder schnell wütend?
  • Hat sie oder er ein mangelndes Selbstvertrauen und wirkt unentschlossen?
  • Zeigt sie oder er keine Freude mehr an Hobbys und alterstypischen Aktivitäten?
  • Hat sie oder er einen Leistungsabfall in der Schule?
  • Ist sie oder er häufig erschöpft und antriebslos?
  • Schwänzt sie oder er die Schule oder will sie sogar ganz abbrechen?
  • Klagt sie oder er über häufige Kopfschmerzen?
  • Hat sie oder er eine Essstörung?
  • Zeigt sie oder er Suchtverhalten oder gibt es Anzeichen eines Alkohol- und Drogenmissbrauchs?
  • Zieht sie oder er sich von Freundinnen und Freunden zurück und isoliert sich?
  • Ist sie oder er schon mal von zu Hause weggelaufen?
  • Hat sie oder er sich bereits selbst verletzt?

 

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Mangel an Fackräften in Kitas und Kliniken

In Deutschland sind laut einer Studie des IAB etwa 700.000 Erzieherinnen und Erzieher beschäftigt. In den vergangenen fünf Jahren stieg die Zahl um ein Drittel. Da der Bedarf schneller steigt als prognostiziert, und da nicht ausreichend Fachkräfte ausgebildet werden, bleiben deutschlandweit viele Stellen unbesetzt. In einer repräsentativen Stellenerhebung des IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) wurden Daten aus mehr als 10.000 Betrieben und Verwaltungsstellen ausgewertet.

„Der Erzieherberuf hat stark an Bedeutung gewonnen“, sagte IAB-Forscherin Anja Warningin einem Beitrag der ZEIT ONLINE. Dass der Bedarf noch steigen werde, liege an den steigenden Geburtenzahlen in jüngster Zeit, dem Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren sowie dem geplanten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen. Auch durch das schon jetzt im Schnitt relativ hohe Alter der Beschäftigten werde die Nachfrage weiter steigen. „Arbeitgeber haben bei Erzieherstellen große Schwierigkeiten, Personal zu finden“, sagte IAB-Forscherin Warning. Fast identisch sieht es in den Berufen im Pflegebereich aus. Arbeitgeber suchten in beiden Berufsbereichen im Durchschnitt mehr als 100 Tage, bevor sie eine offene Stelle besetzen könnten.

Auch IAB-Forscherin Anja Warning macht sich dafür starkt, den Beruf und die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern attraktiver zu gestalten. „Es ist Dringlichkeit gegeben, die Attraktivität des Berufs und der Erzieherausbildung zu verbessern, um das Angebot an ausgebildeten Fachkräften deutlich zu erhöhen“, sagte Warning. Ansatzpunkte seien eine weitere Steigerung der Zahl der Ausbildungsplätze, die Vergütung des bislang unbezahlten schulischen Ausbildungsanteils und mehr Möglichkeiten zum Quereinstieg. „Kindertagesstätten können bei Personalmangel kurzfristig nicht über eine Verringerung der Zahl der zu betreuenden Kinder gegensteuern. Unbesetzte Stellen bringen deshalb besonders hohe Belastungen beim vorhandenen Personal mit sich. Personalmangel gefährdet die Qualität der Bildungsarbeit und nicht zuletzt die Attraktivität des Erzieherberufes“, sagte Warning weiter.

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