Desinfektionsmittel schaden, Wasser nützt

Händewaschen

Immer mehr Menschen tragen ihr Fläschchen mit Hand-Desinfektionsmitteln mit sich. Sagrotan, dereinst in allen französischen Haushalten geruchsdominant und reräsentativ für gesunde Sauberkeit, feiert fröhliche Urständ. An Klinken und fremder Leute Sanitäreinrichtungen rasch mal aufgetragen, schützt es vermeintlich vor Erkrankungen. Dabei ist seit Jahren erwiesen, dass diese Mittel uneffektiv sind und dasss es in der Hygiene um Minderung der Keimzahl und nicht um deren Reduktion per Abtötung geht. Also wird weiterhin die Umwelt unnötig mit toxischen Stoffen belastet und der Schutzfilm der Haut geschädigt und für Keime erst durchlässig gemacht.

Da kommt diese Arbeit zur rechten Zeit: Hirose und Kollegen finden, dass Wasser allein bei der Händereinigung (sogar ohne Seife) den meisten Desinfektionsmitteln überlegen ist („Plain Water Better Than Hand Sanitizer for Influenza A“ titelt Medscape. Als Testkandidaten dienten die Grippe Erreger der Gruppe Influenza A Viren. Also: lasst bitte die Haut der Hände in Ruhe. Sie produziert eine Oberflächenschutzschicht, die sich in der Evolution bewährt hat. Und zeigt allen besorgten und ängstlichen Menschen diese Veröffentlichung!

.

Please follow and like us:
error

Die Kleinen lernen nicht vom Bildschirm

Toddler brains resist learning from screens, even video chat

Als ob wir es nicht schon x-mal gehört hätten: Kleinkinder lernen nicht von der Glotze (Toddler brains resist learning from screens, even video chat), sagt auch die Psychologin Georgene Troseth vom Vanderbilt Peabody College of Education and Human Development. Kinder im Alter von 24 und 30 Monaten sollten ein Kunstwort und eine damit verbundene Tätigkeit lernen. Hier ist die Zusammenfassung im Hechinger Report: „The team found that children in both age groups were able to learn the name of the object and complete the task if someone was in-person and actively responding to the child. The 30 month olds were also able to learn the name even if the in-person adult did not engage with them. But all of the toddlers failed to learn the name or complete the task when, you guessed it, even the most engaging of speakers interacted with them in real time—but from behind a screen. They were also unable to learn from a video chat where the speaker did not engage with them.“

Aber: übereinstimmend weisen Professor Troseth und die American Academy of Pediatrics auf einen emotionalen und kommunikativen Effekt hin, durch den auch kleine Kinder durchaus „vom Bildschirm“ lernen können, nämlich wenn sie damit nicht allein gelassen werden, wenn eine Begleitperson dabei ist und kommentiert.

But in order for a child that age to learn from a screen, they need someone in the room “making that connection for them”. That means sitting with the child, talking about what they see on the screen and reinforcing the idea in person by relating it to their own life. “That’s when we see a bump up in learning,” Troseth said.

Please follow and like us:
error

Mental Health

Mental HealthIntense fear, anxiety, and trauma as a result of violence and exploitation have long-lasting and debilitating effects on children’s psychological and physical health and development. On Sept 10, ahead of the UN General Assembly and a mental health in emergencies summit in the Netherlands (Oct 7–8), Save the Children released Road to Recovery: Responding to children’s mental health in conflict. The report states that 142 million children are living in high-intensity conflict zones, with many more millions forced to abscond as refugees. More than 24 million children exposed to conflict today are likely to encounter mild to moderate mental health problems yet, as Save the Children rightly contends, the global response to mental health support continues to be regrettably inadequate.
Shekhar Saxena, Professor of the Practice of Global Mental Health, Harvard TH Chan School of Public Health, told The Lancet that 10% of humanitarian aid should be allocated to mental health and psychosocial support services, with half directed to children. He added, “If the world does not pay due attention to mental health and the psychosocial support needs of children, we will compromise on the human capital for the future generations. The cost, even the economic cost, will be huge.”
Not only in poor and developing countries children need help in mental health problems: As millions of U.S. children deal with anxiety or depression, schools are trying to help. More than 6 million children in the U.S. have a diagnosis of anxiety or depression, according to the most recent data by the Centers for Disease Control and Prevention. Suicide is now the second-leading cause of death among 15- to 19-year-olds, the agency said. In a TODAY analysis more states in the U.S. are requiring mental health education by law. New York Bill A3887B, signed into law in 2016, requires mental health education to be a part of health education across all grade levels. One of its goals was to enhance understanding and promote human dignity, supporters wrote. „When the law was passed, people were woken up,“ said Dominick Palma, superintendent of the Merrick Union Free School District.
Please follow and like us:
error

Kids im Netz – Risk or Fun?

Internet1

Unter diesem Titel fasst „bildungsklick“ die Ergebnisse einer Online-Befragung des Leibniz-Instituts für Medienforschung / Hans-Bredow-Institut (HBI) zusammen.

Kinder haben ein anderes Risikoverständnis bei sexuellen Inhalten

Besonders in Bezug auf den Kontakt mit sexuellen Inhalten im Netz unterscheiden sich die Einschätzungen der Eltern deutlich von den Erfahrungen ihrer Kinder. 54 Prozent der befragten 12- bis 17-Jährigen sind in den vergangenen zwölf Monaten mit sexuellen Darstellungen in Form von Texten, Fotos oder Videos in Berührung gekommen.  Was Eltern als Risiko wahrnehmen, scheint für die Heranwachsenden oft gar nicht schlimm, sondern attraktiv zu sein: 61 Prozent der Jungen finden Gefallen an sexuellen Inhalten. „Während Eltern sich beispielsweise sorgen, dass ihr Kind mit sexuellen Inhalten in Berührung kommt, zeigen die Ergebnisse, dass diese Inhalte nicht per se negativ sein müssen, sondern mitunter für Heranwachsende im Rahmen ihrer sexuellen Entwicklung auch eine Informations- bzw. Orientierungsfunktion erfüllen können“, sagt Prof. Dr. Uwe Hasebrink.

Eltern teilen sorglos Kinderfotos im Netz

Unterschiedliche Auffassungen gibt es auch in Bezug auf das ungefragte Veröffentlichen von Kinderfotos durch die Eltern (Sharenting). So berichten 9% der befragten Kinder von 9 bis 17 Jahren, dass ihre Eltern ohne ihr Einverständnis Texte, Bilder oder Videos von ihnen ins Netz gestellt haben. Jeweils 6% waren verärgert über die veröffentlichen Informationen bzw. haben ihre Eltern darum gebeten, diese wieder zu löschen. Die Erwachsenen scheinen sich der Auswirkungen ihrer intensiven Online-Aktivitäten also nicht immer bewusst zu sein. „Eine Sensibilisierung auch mit Blick auf die Rechte von Kindern wäre hier notwendig“, so Hasebrink.

Please follow and like us:
error

Spielsucht

Gaming

„Gaming Disorder“ ist ab jetzt laut WHO eine Diagnose im ICD (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems). In der ICD 11 (Schlüssel: 6C51) wird Spielsucht so definiert:

  • Betroffene haben keine oder kaum noch Kontrolle über Spielhäufigkeit, Spieldauer, Spielzeitpunkt.
  • Für Betroffene hat das Spielen zunehmend eine höhere Priorität gegenüber anderen Aktivitäten. Dies kann auch im Alltag notwendige Aktivitäten betreffen.
  • Trotz negativer Konsequenzen können die Betroffenen nicht mit dem Spielen aufhören.

Diese Verhaltenseinschränkungen müssen dabei grundsätzlich mindestens über 12 Monate vorliegen und mit massiven Beeinträchtigungen in persönlichen, familiären, sozialen sowie schulischen oder anderen Lebensbereichen verbunden sein. Bei den Mädchen ist hier vor allem die exzessive Nutzung von Social Media und Unterhaltungsangeboten, bei den Jungen eher das exzessive Spielen problematisch.

Please follow and like us:
error

Lesenlernen fördert die visuelle Wahrnehmung

lesenlernen

Lesenlernen erfordert Funktionen der visuellen Wahrnehmung von Schriftzeichen. Manchmal wurde vermutet, dass dadurch die Verarbeitung von Gesichtern oder Gegenständen blockiert werde. Das Gegenteil ist der Fall, wie jetzt eine Arbeit vom Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen zeigt: Einige Hirnareale wie der Gyrus fusiformis oder der Occipitallappen zeigten bei Lesern nicht nur eine verstärkte Reaktion auf Schriftzeichen. Abhängig vom Lesegrad erhöhte sich sogar die Aktivität bei anderen visuellen Reizen wie Gesichtern, Häusern und anderen komplexen Objekten. Auch die Menge an Hirngewebe, das auf nicht mit Buchstaben und Schrift in Zusammenhang stehende Reize reagierte, verkleinerte sich durch die Lesekompetenz nicht. Lesenlernen führt also nicht zu einer Konkurrenzsituation sondern zu einer Verstärkung der Vernetzung von visuellen Signalen.

Please follow and like us:
error

Wie kommt der Russ ins Baby?

Feinstaub

Feinstaub und Rußpartikel aus der Luftverschmutzung können das Risiko für Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Leiden und Krebs erhöhen. Dass sie bereits  über den Kreislauf der Mutter und die Placenta bis zum ungeborenen Kind gelangen können, belegen Forschungsergebnisse aus Belgien (Hannelore Bové und Mitarb. in Nature Communications, zit. in wissenschaft.de). Möglicherweise ist das die Ursache für Beeinträchtigungen der ungeborenen Kinder im Mutterleib. Jedenfalls werden sie oft zu früh oder mit einem geringen Geburtsgewicht geboren und leiden später häufiger an Atemwegsproblemen.

Je stärker die Luftverschmutzung am Wohnort der Mutter war, desto höher war dabei die Menge der Kohlenstoffteilchen in der Plazenta. So zeigte der Vergleich von jeweils zehn Proben aus sehr stark und sehr gering mit Ruß belasteten Gebieten eine hohe Korrelation mit der Anreicherung von Luftschadstoffen in den Plazenten. „Sie legen eine direkte Belastung des Kindes mit diesen Partikeln in der empfindlichsten Phase seines Lebens nahe“, konstatiert Bovés Team.

Please follow and like us:
error

Immer mehr Schüler haben Förderbedarf

Förderbedarf

In Wuppertal brauchen immer mehr Schüler In zwei Jahren stieg die Zahl der Anträge von 347 auf 646. Dem erhöhten Bedarf steht ein erheblicher Mangel an Sonderpädagogen gegenüber, berichtet die Westdeutsche Zeitung. Nur die Hälfte der ausstehenden Stellen im Sonderschulbereich konnte besetzt werden. Kann damit der Anstieg der Förderanträge erklärt werden? Eine Zunahme der Kinder mit Förderbedarf wird mehr oder weniger aus allen Teilen der Republik berichtet. Erreicht der Inklusionswille jetzt das trotzige Gegenteil oder sind die Kinder, wenn man davon ausgeht, dass die Zahl der Kinder mit Behinderungen gleich bleibt, zunehmend verhaltensauffällig? Oder ist die Schließung mancher Förderschulen die Ursache?

Ein Beitrag aus England zeigt vielleicht, dass das Problem nicht nur auf Deutschland begrenzt ist: „Children with special education needs ‚more likely to be permanently excluded'“ titelt ITV News. SEND Kinder („special education needs and disabilities“) werden laut National Audit Office (NAO) report innerhalb der letzten fünf Schuljahre mit einer Steigerung von jeweils 45% vom Unterricht (permanent oder befristet) ausgeschlossen (In 2017/18, children with SEND accounted for 44.9% of permanent exclusions and 43.4% of fixed-period exclusions. Evidence also suggests that pupils with SEND are more likely to experience off-rolling – where schools encourage parents to remove a child primarily for the school’s benefit – than other pupils. The report found that, while some children with special educational needs and disabilities are receiving high-quality support, many others are not getting the help they should. According to the NAO, local authorities are coming under „growing financial pressure“ as the demand for supporting school pupils with the greatest needs rises.). Im gleichen Zeitraum wurden die Finanzmittel um 2,6% gekürzt.

Please follow and like us:
error