Pläne gegen Kinderarmut greifen nicht

Fast jedes vierte Kind in Deutschland lebt nach neuesten Zahlen in Armut. Deshalb sollte die Verringerung von Kinderarmut oberstes Ziel der Bundesregierung sein, wie sie es auch im Koalitionsvertrag festgeschrieben hat, fordert der Deutsche Kinderschutzbund.

Raimund Schmid fasst in der Kinderärztlichen Praxis (2018; 89 (5) Seite 357-358) Stellungnahmen des Kinderschutzbundes, der Diakonie Deutschland und des Deutschen Kinderhilfswerks zusammen. „Das Kindergeld und den steuerlichen Kinderfreibetrag anzuheben kostet den Staat viel Geld, bringt aber für Kinder in Armut unterm Strich nicht viel“, kritisiert Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes. „Familien, die Hartz IV, Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen, gehen leer aus. Bei ihnen wird das erhöhte Kindergeld mit der jeweiligen Leistung verrechnet.“

Damit geht die Schere zwischen Arm und Reich in der Familienförderung weiter auseinander. Hinzu kommt: Familien mit höherem Einkommen werden bereits jetzt über den Freibetrag um bis zu 100 Euro mehr entlastet als Familien der unteren und mittleren Einkommensgruppen über das Kindergeld. Für die Jahre 2019/2020 sieht der Gesetzentwurf vor, dass Familien mit unteren Einkommen über das Kindergeld insgesamt 180 Euro zusätzlich für beide Jahre erhalten. Familien mit sehr hohem Einkommen werden über den Kinderfreibetrag jedoch im gleichen Zeitraum um bis zu 273 Euro entlastet. „Pläne gegen Kinderarmut greifen nicht“ weiterlesen

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